Smart Home wird immer smarter

Smart Home ist ein Begriff, der die Vernetzung verschiedener Geräte und Komponenten in einem Haus oder Haushalt über das Internet auf Basis von Software beschreibt. Damit ist Smart Home ein Teil der größeren IoT (Internet of Things) Welt – also des „Internets der Dinge“.

In den letzten Jahren hat im Bereich Smart Home eine rasante technologische Entwicklung stattgefunden. Zahlreiche Geräte – im englischen sehr griffig als „home appliances“ bezeichnet – wurden mit Sensoren ausgestattet, um sie so IoT-fähig zu machen. Parallel dazu haben diverse Anbieter von Smart Home Lösungen ihre Angebotspalette stark erweitert, ebenso haben traditionelle Hersteller von Haushalts-Geräten, Sicherheitsanlagen oder Klimatechnik den Trend für sich entdeckt und massiv in Software-Technologien und – Skills investiert.

Damit ist es heute z.B. möglich, einen Saugroboter zeitgesteuert automatisch in Bewegung zu setzen, die Klimageräte oder Heizungen für einzelne Räume auf unterschiedliche Zieltemperaturen zu programmieren, Überwachungskameras über eine mobile App zu steuern oder Rollläden und Jalousien per Fernsteuerung zu bedienen. Es gibt inzwischen auch Kühlschränke, die sich mit dem Internet verbinden lassen und ihrem Besitzer den aktuellen Inhalt melden oder sogar fehlende Produkte auf eine virtuelle Shoppingliste setzen. Und damit steht die IoT Softwareentwicklung erst am Anfang.

Schauen wir uns einmal etwas genauer an, welche Vorteile sich mit Smart Home Lösungen konkret erzielen lassen:

1. Monitoring und Kontrolle

Dank IoT können wir angeschlossene und gesteuerte Geräte überwachen und kontrollieren. Wir wissen, auch ohne zuhause zu sein, welches Gerät in welchem Zustand ist und welche Aktivität es gerade ausführt oder demnächst ausführen soll. Und wir können, neben der automatisierten Steuerung, auch jederzeit manuell eingreifen, um Alarmanlagen an- oder abzustellen, die Markise ein- oder auszufahren oder den Saugroboter einzuschalten, weil unsere Katze gerade ihr Winterfell auf dem Teppich abgelegt hat.

2. Kosteneinsparung

Smart Home Systeme werden immer ausgefeilter und können über das Internet z.B. prüfen, zu welchen Zeiten der Strom besonders günstig ist, um so flexibel einige Geräte in kostengünstigen Zeitfenstern arbeiten zu lassen. Oder die Heizung und Warmwasseraufbereitung auf solche günstigeren Tarife anzupassen. Und wenn sich niemand über einen bestimmten Zeitraum in einem Teil des Gebäudes aufhält, kann dort die Heizung automatisch gedrosselt werden, etwas, das man sonst gerne vergisst oder zu mühsam findet.

3. Sicherheit

In Smart Home Lösungen eingebundene Sensoren können dabei helfen, Brände oder Wasserschäden schnell zu erkennen, selbst wenn niemand zuhause ist. Aber auch der Schutz vor ungebetenen Gästen kann mithilfe von Überwachungskameras, Bewegungsmeldern und Sicherheitsschlössern effizient verbessert werden. Alarmanlagen, die direkt mit der Polizei oder einem Sicherheitsdienst verbunden sind, gibt es schon länger, aber gerade die Einbindung in eine größere und ganzheitliche Smart Home Anwendung schafft ein umfassendes, transparentes und intelligent steuerbares Sicherheitssystem. In diesem Zusammenhang muss man aber auch darauf hinweisen, dass der technischen Sicherung von Smart Home Lösungen eine besondere Bedeutung zukommt, um diese vor Hacker-Angriffen u.ä. zu schützen. Da es heute einerseits nur wenige einheitlichen Standards in vielen Bereichen gibt und andererseits Hersteller oft unter großem Zeitdruck arbeiten, um die „Time-to-Market“ Zeiten zu reduzieren, bleiben Sicherheitslücken oft unerkannt. Es gelingt dann Außenstehenden immer wieder, in die Systeme einzubrechen, die Steuerung zu stören oder Daten abzugreifen. Insofern sollte man hier sehr genau prüfen, mit welchen konkreten Sicherheitsmechanismen wie Authentifizierung oder Verschlüsselung die einzelnen Lösungen arbeiten und an welchen Stellen es potentielle Einfallstore für Dritte gibt.

4. Komfort und verbesserte Funktionalität

Natürlich ist es viel einfacher und bequemer, eine Vielzahl von Geräten und Funktionen über eine einzelne Anwendung zentral zu steuern. Dadurch sparen sich Anwender zum einen viele manuelle Arbeitsschritte und Gänge und verfügen zum anderen gleichzeitig über die Möglichkeit, alle Komponenten einer Smart Home Lösung genau auf die individuellen Bedürfnisse anzupassen. Und dabei aus jedem einzelnen Baustein das Beste herauszuholen: Ein „intelligenter“ Backofen kann die Temperatur selbst regulieren je nach gewünschtem Ergebnis und ein vernetzter Fernseher merkt sich unsere Präferenzen und schlägt potentiell interessante Sendungen vor. Die Liste an Beispielen lässt sich beliebig fortsetzen.

Smart Home bietet uns heute schon das, was wir vor einigen Jahren in Comics wie „Die Jetsons“ noch als entfernte Zukunftsvision gesehen haben. Und die Reise ist noch lange nicht zu Ende. Smart Home Systeme bedienen sich zunehmend der KI (künstlichen Intelligenz) und ermöglichen damit den einzelnen Geräten und Komponenten, zu lernen und ihre Effizienz selbständig zu verbessern.

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